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Angst in der Depersonalisation: Wie mich meine Angst in die DP drängte

Angst

Angst in der Depersonalisation ist eines der Hauptthemen vieler Betroffener. Wie die Angst das immer wieder macht, frage ich mich auch heute noch…

Wenn ich zurückdenke an meine Zeit in der Depersonalisation, dann muss ich staunen darüber, wie lange ich nicht begriffen habe, wovor ich so sehr zu fliehen versuchte.

Der große Feind: die Angst in der Depersonalisation

In meinen Augen war es dieser große Feind: die Depersonalisation. Ich versuchte alles mögliche um ihr zu entrinnen. Ich unterbrach mein Studium, um nicht im Audimax hunderten anderen Personen und deren Gestikulationen und Gesprächen ausgeliefert zu sein und eine Panikattacke nach der nächsten zu erleben. Weiters betrieb ich keinen Sport. Die vielen schnellen, automatisierten Bewegungen meines Körpers trieben mich ja in schlimme Unwirklichkeitsgefühle. Außerdem versuchte ich krampfhaft an nichts „seltsames“, gruseliges oder philosophisches zu denken. All das, damit in mir nicht noch schlimmere Gedanken entstehen würden, die mich weiter in die DP drängten.

Ich saß also irgendwann nur mehr gelähmt zuhause. Die DP war nicht weg. Eher schlimmer. Ich wollte so nicht leben. Hatte mich isoliert und die DP nicht bekämpft, sondern zu meinem Mittelpunkt gemacht.

Im Zustand gefangen

Wie in meinem Video schon besprochen, hatte ich es geschafft mich dermaßen aus dem normalen Leben zu holen, dass ich nicht mehr weiterwusste. Ich konnte nicht mehr. Ich war so überfordert mit diesem Zustand, dass ich nicht begriff, dass es noch einen anderen wichtigen Teil gab, der unbewusst mindestens genauso präsent war wie die DP: die damit verbundene Angst.

Weil heute weiß ich, der Zustand selbst macht es nicht katastrophal. In einigen Bereichen ist dieser eigentliche Schutzmechanismus wichtig und hilft Menschen in Extremsituationen zu funktionieren. Andere möchten in der Meditation so einen Zustand erreichen, um sich „von außen betrachten zu können“. Was es also zu so einem Horror macht muss etwas anderes sein. Und das kann ich bestätigen, denn ich hatte auch nach meinen Dp-Phasen, wie ich sie nenne, leichte Erinnerungen und damit Flashbacks in diesem Zustand. Aber sie gingen wieder weg, so wie Gedanken kommen und gehen, weil ich weiß, wie ich darauf reagieren muss. Nicht mit Angst und Vermeidung, sondern mit Akzeptanz und ganz viel Wurschtigkeit 😉

Angst in der Depersonalisation und Stress

Ich weiß, jetzt werden sich einige denken: „Ja genau, du redest leicht. Bist ja nicht mehr drinnen.“ oder „Diesen ganzen Zustand kann man nicht einfach akzeptieren. Du hattest es fix nicht so schlimm wie ich.“ – dazu kann ich nur sagen, dass ich nicht mehr leben wollte und nicht alltagsfähig war. Ich glaube das sagt genug.

Heute weiß ich es: die Depersonalisation ohne meine Angst hätte mir viele Monate des Leidens erspart. Die Angst in der Depersonalisation und Vermeidungstechniken haben mir Stress gebracht. Stress in meinem Körper der irgendwie abgebaut werden musste. Solange das nicht passierte, wurde meine DP nicht besser.

Aber als ich begann, zu entspannen, geistig und körperlich, merkte ich dass mein Stresspegel langsam weichen konnte. Ich hatte aufgehört die DP zu bekämpfen und verstanden, dass ich mich lieber mal mit meiner Angst in der Depersonalisation auseinandersetzen sollte.

In der Praxis

So durfte ich beispielsweise erleben, dass die Angst vor dem Beginn/der Vorstellung meiner Panikattacke viel schlimmer war, als die Panikattacke selbst, wenn ich sie so durchlebte, dass ich beschloss mir zu sagen: “ Okay, da kommt jetzt eine Panikattacke. Kenne ich schon. Ich habe zwar das Gefühl jetzt sterbe ich gleich, aber dann tu ich’s ja doch nicht. Also lieber ganz tief ein- und ausatmen. Gleich ist es vorbei.“ Man Gaukelt sich ein Selbstbewusstsein vor in Situationen, die man dann meistert. Irgendwann ist man dann wirklich selbstbewusst genug und die Angst verschwunden.

Denn bei mir war es genau so: ohne Angst, ohne Stress – keine DP, keine DR.

Angst hat natürlich viele Facetten. Dazu gibt es gerne bald mehr zu lesen. Ich denke Kontrollverlust ist auch ein großes Thema. Würde es euch interessieren, darüber mehr zu hören?

Abonniert auch gerne meinen Youtube-Kanal. Dort werde ich regelmäßig Videos zum Thema Depersonalisation posten.

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