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Existentialistische Gedanken

Existentialistische Gedanken

Existentialistische Gedanken: Wir kennen sie alle – die Fragen des Lebens – Fragen zu und bezüglich unserer Existenz. Wie kann es sein, dass wir hier auf dieser Welt sind? Dass es Zeit, Raum, Realität geben soll und wir das Bewusstsein erlangt haben dies alles wahrzunehmen? Es ist ein Thema über das man sich während der Depersonalisation oftmals weniger gerne Gedanken machen möchte.

Ich persönlich liebe es mittlerweile darüber zu philosophieren, zu staunen und zu lernen, wie es uns als Mensch so geben kann. Wie wir sind, wie wir es schaffen in unserer Realität zu leben und wieso alles einfach mal so ist, wie es eben ist.

Aber ich weiß auch, dass das nicht immer so war. Noch bevor ich richtig verstanden hatte, dass ich mich in einer Phase der Depersonalisation befand, ging es los mit diesen erdrückenden und intensiven Gedanken bezüglich meiner Existenz und der Frage ob diese überhaupt real sei. Ich möchte hier nicht unzählige Beispiele meiner Fragen anführen, um niemanden auf neue Gedanken zu bringen, aber glaubt mir, wenn ich sage, mein Köpfchen war richtig kreativ und hat es geschafft mich schön herauszufordern mit konstanten Fragen, die ich einfach nicht beantworten konnte. Und ich glaube das war einer der Knackpunkte, weshalb diese existentialistischen Gedanken besonders schrecklich und bedrohlich während der Depersonalisation für mich waren.

Weil ich keine Antwort auf meine existentialistische Gedanken fand

Ich las beispielsweise Wittgenstein und sah nur die Beschränkungen im menschlichen Sein durch Sprache, hatte mir aber erhofft dadurch Antworten zu bekommen um etwas ganz Wichtiges in mir lösen zu können –> meine Angst. Die Angst, die meinen Kopf fast explodieren ließ. Teils offensichtlich durch Panik, teils unbewusst durch rasende Adrenalin durchströmte Gedanken, die einen Gedankenschwarm nach dem anderen abfeuerten und mich Tag für Tag überwältigten.

Diese Angst ist der nächste Punkt, der alles so schrecklich machte.

Ich denke diese großen, unlösbaren existentialistischen Gedanken machen bis zu einem gewissen Grade jedem Menschen Angst. Vielleicht auch nur für einen kurzen Moment, indem man realisiert, dass alles endlich ist. Es gibt absurd viel, dass unser kleines Köpfchen nie begreifen wird können. Aber was sie nicht auslösen sollten ist tiefe, profunde, panische Angst.

Überlegt doch mal genau, wie oft am Tag produziert denn nicht unser Gehirn random Gedanken und Überlegungen, die ein totes Ende besitzen? Gedanken die einfach keinen Sinn ergeben, die man fallenlässt, die übertrieben sind und nicht ganz realistisch. Gedanken die unser Gehirn sich komplex zusammenbraut. In diesen Situationen schafft man es leichter zu sagen: „Ach, so ein Blödsinn den ich da denke. Das war ja jetzt einfach nur ein komischer Gedanke.“

Wieso also nicht die Challenge annehmen?

…dies auch auf diese großen, bedrohlichen Gedanken bezüglich seiner Selbst und dem Universum umzulegen? Im Grunde genommen ist es ja dort dasselbe. Als ich verstehen konnte, dass diese Ängste durch meine Gedanken verstärkt werden, die Gedanken aber NUR Gedanken sind und nichts weiter, durften mein Körper und Geist endlich ein wenig verschnaufen.

Ich musste mir selbst genug glauben schenken, aber gleichzeitig nicht zu viel, dass ich einsehen konnte, dass in Zeiten meiner Depersonalisation mein Gehirn nun mal nicht so verlässlich und ruhig funktionierte wie sonst. Das hat für mich auch bedeutet zu verstehen, dass nicht alles wovon ich in dem einen Moment überzeugt war, so sein musste wie es sich anfühlte.

Sagen wir ich fühlte mich meiner selbst entfremdet, alles schien unreal und ich hatte dazu Gedanken über Raum und Zeit. Jetzt hatte ich bereits ein Gefühl von Fremde und Losgelöstheit welches in mir große Angst auslöste. Zusätzlich kam dieser Gedanke den ich nicht beantworten und damit abschließend fertig denken konnte zu Raum/Zeit/Welt/Mensch etc. Ich hatte somit nicht den Effekt der Beruhigung, sondern es kam noch mehr Angst dazu. Angst + Angst = große Angst, besonders während der Depersonalisation.

Großartig. Da hatte ich die Bestätigung. Die Vermutungen meiner Gedanken mussten wahr sein. Ich dachte nicht nur so, sondern ich fühlte mich auch so wie ich in meinen Gedanken vermutet hatte.

Aber was, wenn ich das durchschaue? Wenn ich mir eingestehen kann, dass mein Zustand nicht stabil ist? Dass ich verzerrte Wahrnehmung und besondere Angst verspüre weil meine Gehirnaktivität anders abläuft als im Normalzustand. Könnte ich dann nicht entspannen, weil ich wüsste, dass dies die Gedanken und der Zustand in mir sind, die mich so verunsichern – nicht aber die REALITÄT?

Was, wenn ich mich irre?

Schließlich ist es für mich nach all den Büchern und all den Fragen wahrscheinlicher gewesen, dass ich mich mit meiner Denkweise irre, als dass dies alles ein unreales Konstrukt eines großen Etwas ist, welches mir dieses absurde Gefühl gibt, dass nichts real ist. Ich konnte mir selbst eingestehen, dass ich nur soweit denken kann, wie ich es eben kann, aber es weitaus klügere Köpfe als mich auf dieser Welt gibt. Selbst diese Menschen wissen und verstehen so vieles nicht obwohl sie schon mal um einiges mehr begreifen als ich.

Am Ende waren die ganzen Bücher doch für etwas gut — sie gaben mir ein Gefühl von Unwissenheit. Das Gefühl, dass existentialistische Gedanken nicht nur mich treffen. Es gibt eben so viel, dass ich einfach nicht weiß oder nicht verstehe und diese Tatsache ließ mich weiter entspannen. Denn zu begreifen, dass ich nicht so smart bin, wie mein Gehirn in seinen Gedankenspiralen, die es spinnt, immer vermutet, ist eine Erleichterung sondergleichen. Wie kann ich mir so sicher sein, dass tatsächlich alles so unreal ist wie es sich in meinem Leben gerade anfühlt? Vielleicht liegt der Fehler im System temporär einfach wirklich bei mir? Vielleicht sollte ich wirklich mal versuchen zu entspannen.

Existentialistische Gedanken: Meine Strategie

Ihr wisst aus meinen Videos, dass meine große Strategie die Annahme des Zustandes war und dies galt auch für existentialistische Gedanken. Langsam fing ich an sie selbstbewusster innerlich zur Seite schieben zu können. So waren sie nicht mehr so präsent in meinem Leben. Ich wollte mir meine existentialistische Gedanken nicht panisch wegdenken. Ich antwortete einfach mit einem mutigen „Ach jaja, sind wir mal wieder philosophisch unterwegs, Valerie?! Naaa klar, weil wir ehhhh so viel wissen. Ich würde sagen, die Forschung in den Neurowissenschaften etc. überlassen wir ein paar anderen klugen Köpfen.“ Damit konnte ich mich abkapseln und nicht von der Angst übermannen lassen.

Existentialistische Gedanken: Das Beiprodukt der Depersonalisation

Meiner Erfahrung nach sind existentialistische Gedanken ein häufiges „Beiprodukt“ von Menschen die unter Depersonalisation oder Derealisation leiden. Aber sie sind nichts über das man sich länger sorgen sollte.

(TRIGGER Absatz: Frage zur Existenz) Im Normalfall springt man doch auch nicht panisch auf, wenn man ein Blatt von einem Baum fallen sieht und das Gehirn sich denkt: „Warte, es fällt so langsam und ich habe mich kaum bewegt, gibt es sowas wie Zeit überhaupt? Wieso denke ich bewusst drüber nach? Warte, wer bin ich eigentlich und wenn ja, wie viele?“

Ich denke mir das alles gerade im Kopf durch und es macht mir keine Angst. Wäre ich unterwegs und hätte das gedacht, würde ich wahrscheinlich eine Sekunde später wieder etwas anderes denken. Es trifft mich einfach nicht. Ich sehe es als Tatsache an und nicht als Bedrohung. Natürlich kann man alles hinterfragen. Das tun ja auch genug kluge Köpfe und Forscher. Ich denke aber wir werden die Antwort zu allem nie bekommen können. Ich erst recht nicht. Und damit habe ich Frieden geschlossen. Das alles macht mir keine Angst mehr.

Wie Descartes so schön gesagt hat: „Ich denke, also bin ich.“ Diese Tatsache sollte uns eigentlich genug Vertrauen in uns selbst, unsere Macht über existentialistische Gedanken und unser Dasein geben.

Ps. Falls ihr meine Videos noch nicht kennt – schaut doch mal auf meinem Youtube Kanal vorbei.

 

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