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Mit Ängsten umgehen: Weg in ein angstfreies Leben

Die wohl häufigste Nachricht, die mich erreicht, ist die Frage „Wie hast du es geschafft deine Ängste loszuwerden?“. Egal ob man dies erreichen möchte um die DP loszuwerden oder generell ein Selbstbestimmteres Leben zu fühlen – mit Ängsten umgehen ist ein spannendes Thema, das für den ein oder anderen viel Übungs- und Kraftaufwand bedeutet.

Man muss aber nicht gleich mit dem absoluten Perfektionismus anfangen…ich sag’s euch gleich, all meine Ängste bin ich noch lange nicht los. Und das ist auch absolut okay.

Aber, obwohl es mich manchmal überkommt, dass ich für einen Moment in meinen altbekannten Pessimismus kippe, so habe ich doch generell gelernt, zu verstehen, dass Ängste nichts mehr sind als genau das – Ängste. Keine Prophezeiungen, keine wichtigen Warnrufe, nichts auf das man hören und achten muss in 98% der Fälle und besonders keine ultimativen Wahrheiten vor denen man versuchen muss wegzulaufen um ihnen zu entrinnen.

Ängste sind so unterschiedlich wie der Sand am Meer und es gibt sicherlich ganz viele verschiedene Möglichkeiten zu einem angstfreieren Leben. Hier möchte ich Schritt für Schritt meine ganz persönlichen Tipps mitgeben, die mir geholfen habe, Frau der Angst und meiner Selbst zu werden.

Schritt 1: Ängste identifizieren

Das Ganze beginnt in meinen Augen damit, dass man erstmal erkennen muss, welche Art von Angst man in sich trägt und dass etwas in einem über das kurzzeitige Sorgen machen hinausgeht. Für mich ist Angst:

  • Ein konstanter, beängstigender Gedanke, der sich manifestiert
  • Stark besorgte Gefühle die einen nicht mehr loslassen
  • Sorgen äußern in gesteigerter Form
  • Panik in jeglicher Form, in einer Extremsituation oder außerhalb davon

Meist ist man in Ängste involviert, die aber nicht immer sofort auffallen. Ein beängstigender Gedanke über lange Zeit beispielsweise löst oft eine körperliche Angstreaktion wie Unruhe, Kopfschmerz, Müdigkeit etc. aus. Jedoch ist vielen Menschen, inklusive mir, oft nicht bewusst, dass dieses „unbewusste Angst haben vor etwas“, diese Symptome hervorrufen kann. Fakt ist, Körper und Psyche hängen nun mal zusammen. Wenn man also den Körper durch Angst- und Stressreaktionen wie gegen einen Säbelzahntiger kämpfen lässt, sollte man Verständnis für Symptome haben. Wenn man verstehen kann, dass ein Angst-Gedanke die Oberhand ergriffen hat und so Stress im eigenen Körper auslöst, und dadurch nicht weiter in Angst gerät, dann ist das schon ein großer Schritt um aktiv etwas dagegen tun zu können.

Schritt 2: das Mindset ändern

Der erste Schritt beginnt im Kopf. Um den Körper ausgleichen zu können, muss man den Geist darauf vorbeireiten, dass die alte Angst-Leier nicht mehr so fortgeführt werden soll. Die Zeiten des endlosen Kampfes sollen vorbei sein und es ist das Ziel mit Ängsten umzugehen in einer Art und Weise die positiv und bestärkend ist. Wie so oft geht es hierbei um ein neues Mindset. Die Fähigkeit die Situation als starkes Individuum zu betrachten und sich zu sagen:

„Ich bin stark. Ich bin fähig. Ich renne nicht davon. – Egal was mir gerade Angst macht, ich mache Schritt für Schritt weiter, lasse mich nicht beirren von all den Dingen, die sein könnten, aber nicht müssen. Von all den Dingen die kein Tröpfchen Wahrheit enthalten, für all die Vermutungen und für all den potentiellen Schmerz. Es gibt kein – was wäre wenn. Heute entscheide ich, was ich denken möchte und dass ich mich heute nicht von meinen Ängsten erdrücken lassen möchte.“

So holst du dir Kontrolle zurück. Und das ist es was es am meisten braucht als ersten Schritt. Raus aus der Opferrolle. Du entscheidest. Du bist nicht Zuschauer deiner selbst. Du bist der/die Einzige, die was zu sagen haben sollte. Lass dich nicht aus deinem eigenen „Haus“ vertreiben. Lass diese Grenzüberschreitung nicht zu. Angst ist schön und gut, aber nur bis zu einem gewissen Maß. Alles was drüber ist, darfst du guten Gewissens stoppen. Mit offenen Armen. Du lenkst was du als nächstes tun möchtest und ich empfehle da sehr, nach dem Adrenalin-Stress-Schub dir Ruhe zu gönnen. Im körperlichen und geistigen Sinne. Achtsamkeit. Stressreduktion. Wieder zu sich finden.

Schritt 3: Dem Körper und Geist Ruhe gönnen

Was der Körper und Geist also braucht ist Ruhe. Ruhe um sich zu regenerieren und um von diesem nervenaufreibenden Angstpegel hinunterzukommen. Das kann natürlich eine ziemliche Challenge werden. Ich erinnere mich oft, als ich zB Meditation probieren wollte, um mir Ruhe zu schenken, doch der Geist wollte nicht stoppen und hat mich immer wieder versucht in Phase 1 der Angst zurück zu katapultieren. Das sind dann oftmals ängstliche Zwangsgedanken, über die ihr hier mehr lesen könnt.

Wichtig war für mich, zu begreifen, dass das Kraft und Übung abverlangt. Ich musste Vorsätze so oft neu beschließen, immer wieder bewusst sagen, ich gönne mir Ruhe, ich gehe jetzt zum Yoga, egal wie unruhig und zappelig ich bin. Oh nein, ich habe Atemnot, na und. Trotzdem mach ich das jetzt. Meine chronischen Rückenschmerzen sind nochmal schlimmer als sonst – na und, ich schau trotzdem auf mich. Ich hab mich immer wieder an Schritt 1 erinnert – das Verständnis, dass so viel Angst und Stress in mir ist, den ich loslassen muss.

Mit Ängsten umgehen: ein Prozess

Das Ganze ist ein Prozess, Ängste drängen sich wieder auf, dann heiße sie Willkommen. Beschließe wie lange du überlegen möchtest, und dann schieb sie auf die Seite. Schreib sie auf, wenn es dir gut tut und klappe dann das Buch zu. Sag: „Jetzt nicht mehr. Nun mache ich was anderes, etwas das mir gut tut und mich wieder zu Kräften bringt.“

Dinge die helfen können:

  • Meditation
  • Yoga
  • Achtsamkeit generell
  • Obst & Gemüse essen
  • kein Zucker, kein Koffein, kein Alkohol
  • in die Natur gehen
  • weg vom Handy & Pc
  • keine Nachrichten schauen
  • kein stressiges Fernsehen
  • Puzzle bauen, malen, basteln, kreativ sein

Ich habe gemerkt, dass ich so meinen Angstpegel senken konnte. Und nochmal, weil so wichtig, dass Ängste nichts mehr sind als genau das – Ängste. Keine Prophezeiungen, keine wichtigen Warnrufe, nichts auf das man hören und achten muss in 98% der Fälle und besonders keine ultimativen Wahrheiten vor denen man versuchen muss wegzulaufen um ihnen zu entrinnen.

Ich habe meine überwundenen Ängste konfrontiert und sie sind mir gewichen. Es machte mich selbstbewusster, stärker, mutiger. Probiere es aus. Meist ist die Blockade im Kopf das, was es schlimm macht. Natürlich gibt es schlimme Ängste und schlimme Sachen. Aber es gibt eben auch Dinge die kann man nicht ändern, Menschen, die kann man nicht zurückholen, genauso wie allein Welt- und Geopolitisch jeden Tag so viel schlimmes passiert das ich absolut nicht beeinflussen kann. Aber soll ich von Dinge die ich wirklich aktiv nicht ändern kann tagtäglich meine wertvolle Energie aufbrauchen lassen? Nein. Die Kraft braucht man für alles Wichtige in seinem Leben. Ich kann das bewältigen, was ich zu bewältigen glaube. Und so ist es. Alles was es dazu braucht ist ein wenig Übung und Sicherheit.

Übung macht den Meister

Wie so vieles im Leben geht es auch um Neuprogrammierung und Übung. Alte Denkmuster durchbrechen und sich bewusst machen zu können wie man genau funktioniert. Wie man seine Ängste normalerweise behandelt/unterstützt und wie man es nun ändern möchte.

Bei mir war das Ganze ein Prozess – ich habe mir lange Zeit gegeben um besser darin zu werden. Das ganze Konzept besser zu verstehen. Für mich gehört sehr viel dazu. Ein gesundes Mindset, unterstützt durch eine gesunde Ernährung, mehr Achtsamkeit im Leben. Weniger Junk, weniger News und weniger von allem. Ich gehe nicht mehr bis 3 in der Nacht fort, nur weil mal wieder alle unterwegs sind, wenn ich mich nicht danach fühle. Ich trinke keinen Alkohol, wenn er mich zum zittern bringt und unruhig macht. Ich mache einfach nicht mehr alles mit.

Ich respektiere mich mehr. Und dieses sich respektieren kann man auch auf seine Gedanken umlegen. Ich muss mich nicht mehr verloren steuern lassen von dem was in mir passiert, denn ich steuere das Ganze und damit auch meine Ängste. (zumindest versuche ich das meistens). Aber das Ganze ist und bleibt ein Prozess. Es gibt gute Phasen und es gibt wahnsinnig Schwere. Doch in den schweren Phasen gleich einen roten Faden zu haben, kann sehr viel helfen. Man kann sich schneller finden und wieder neu orientieren.

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